»Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger ...
(Steht da im Manuskript wirklich 'Neger'? Tatsächlich. Man sollte sich die Texte einfach mal vorher durchlesen, bevor man sie unters Volk bringt.)
... ähem, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und ich habe hier eben ganz bewusst, ganz bewusst das Wort 'Neger' ausgesprochen, weil ich sie hierdurch auf die Bedeutung von und den Umgang mit Nicht-Weißen Menschen aufmerksam machen wollte. Oft weiß man ja nicht, die man mit unseren farbigen Mitmenschen umgehen soll. Das fängt beim Hautfarbenklischee an und hört bei der Ausweisung auf.
Schauen wir mal nach England; da wird der Indoarier von Mitgliedern des Königshauses schon mal verächtlich „Paki“ genannt. In Russland ist der Chinese ein „Gelber“, in China der Russe ein „Graubrot“. Die Beispiele lassen sich rund um die Welt finden und für Millionen von Menschen sind wir Deutsche die „Krauts“. Aber auch innerhalb unserer Nation gibt es unterschiedliche Verfahrensweisen. Während in Westdeutschland der Vietnamnese ein Chinese ist, verlebt man im Osten seine Heimat immer noch in den Südpazifik und nennt ihn schlicht „Fidji“. Überhaupt waren die Sitten in der DDR durchaus lockerer als in der BRD.
Als ich im Sommer 1991, oder, wie ich gelegentlich zu sagen pflege, kurz nach der Wende, sozusagen unmittelbar nach dem Mauerfall oder besser ausgedrückt: als die beiden Deutschen Staaten gerade frisch siamisiert waren ... ähä ... ähä ... ähä ... jedenfalls zu Zeiten, als die Autobahnen zwischen Eisenach und Dresden, zwischen Rostock und Karl-Marx-Stadt noch keine Leitplanken hatten, als ich da nach Leipzig fuhr und zur Ortskrankenkasse ging, die damals noch vom AOK-Landesverband Rheinland freundschaftlich unterstützt wurde, bevor es zur feindlichen Übernahme kam, da fiel mir ein gedrucktes Heftchen in die Hand, für die Kinder der Versicherten und das hieß schlicht und ergreifend „Bimbo“. Heute würde eine solche Publikation niemals den Ethik-Vorstellungen der PKP, der Bundesstelle für Politisch Korrekte Phrasen, entsprechen; die gesamte Produktion müsste eingestampft werden.
Aber ich war ja beim Neger stehen geblieben. Ich hoffe, Sie erinnern sich noch, dass ich „liebe Neger“ sagte und das sagt doch alles. Ich liebe Neger. Ich liebe ... ich liebe doch alle ... alle Menschen. Na ich liebe doch ... ich setzte mich doch dafür ein! Und es ist doch unbestritten, dass der Ausdruck „Neger“ Menschen dunkler Hautfarbe bezeichnet. Heutzutage ist er wegen seines rassistisch abwertenden Charakters weitgehend aus dem öffentlichen Sprachgebrauch verdrängt. Unser Duden empfiehlt dringend, den Ausdruck „Neger“ zu vermeiden. Das haben wir alles den Nazis und Neo-Nazis zu verdanken. Ich finde, es wird allgemein unterschätzt, was die Deutschland angetan haben und uns immer noch antun. Von all dem anderen, was Hitler und Konsorten der Welt angetan haben einmal ganz abgesehen ... ganz abgesehen.
Bis hin ins 19. Jahrhundert war der Ausdruck „Mohr“ - lat. Abgeleitet von „maurus“, für das Volk der Mauren - gängig, selbst der große Friedrich von Schiller dichtete vom Mohr, der seine Schuldigkeit getan. Weil aber die Engländer, die Spanier, die Niederländer und die Franzosen seinerzeit in Afrika auf Menschenjagd gingen und Millionen als Sklaven nach Amerika schafften ... schauen Sie sich doch Nordamerika und Südamerika einmal in Ruhe an, meinen Sie, in Brasilien oder Venezuela, in den USA oder Kanada, das seien alles Ureinwohner? ... wegen dieser Nationen, die mit der Entführung von Afrikanern ihre kolonialen Weltreiche begründeten, dürfen wir in Deutschland heute nicht mehr erotisch angehauchten „Negerkuss“ sagen. Statt dessen will man uns einen „Schaumkuss“ aufzwingen. Ist das nicht absurd?
Natürlich hat Deutschland auch am Imperialismus teilgehabt, woher kommt denn wohl der Ausdruck des Kolonialwarenladens? Aber Deutschland hatte keine Aktie dran, an der ganzen Versklaverei. Na, ja, vielleicht ein paar Aktion, aber wir haben da vom Grunde her nicht mitgemacht. Erst der Ausländer Adolf Hüttler und seine Ermordung von Millionen Menschen, hat die Menschen von der Geschichte der Sklaverei und der ethnischen Umwandlung ganzer Kontinente abgelenkt ... äh ... zurecht, zurecht, weil man das, was zu Hüttlers Zeiten passiert ist, den Holocaust, den Genozid, die Massenvernichtung, niemals wieder gut machen kann.
Wir Deutsche haben da, schweren Herzens, eine ganz besondere Verpflichtung und müssen da sehr, sehr auf den richtigen Umgang mit Wörtern achten. Man darf noch nicht einmal, wie Eva Hermann es getan hat, sagen: „Aber es sind auch Autobahnen damals gebaut worden. Und wir fahren heute darauf.“ - Also, also. „Damals gebaut“ hat sie gesagt, also, das geht so nicht. Und „Autobahn“, das geht ja gar nicht. Entsetzen allenthalben! Man muss einfach lernen, dass man über den Verlauf unserer Geschichte nicht reden kann, ohne in Gefahr zu geraten, sagt Eva Hermann. Und das hat sie wirklich gesagt. Nicht so wie Heinrich Lübke. Der hat das mit den „Lieben Negern“ nämlich niemals gesagt. Und trotzdem hängt es ihm auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch an.
In diesem Sinne, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger. Ich wünsche Ihnen alles nur erdenklich Gute.«
(aus: "Heimatkunde"/2007)
Freitag, 13. März 2009
Dienstag, 3. März 2009
Pecunia non olet
Commerzbank-Chef Blessing sagt bei BECKMANN
„Nur weil's mal regnet
kann man nicht auf den Platz gehen und sagen, ich spiele heute nicht“
will heißen: Staat schmeiß deine Pumpe an und Geld her.
Wobei das interessante ja der Kreislauf an sich ist.
Das Geld, dass der Staat den Banken leiht
das hat er ja nicht wirklich, in Goldreseren oder so.
Nein, das holt er sich erst mal bei Banken,
Verschuldet sich bei denen, bevor er es ihnen wieder zurück gibt.
„Ja hier Steinbrück.
Ich brauche von der Commerzbank mal drei Milliarden Euro
die kriegen sie morgen wieder als Staatshilfe zurück.
Aber machen Sie sich keine Umstände
... lassen Sie es einfach im Tresor liegen.“
Das muss man sich einmal vorstellen. Unser Erspartes geben wir der Bank
die gibt es dann dem Staa leihtt, der die neuen Milliardenschulden auf den Steuerzahler (das sind meistens wir, also alle, die ihr Geld nicht in Liechtenstein haben) abwälzt und wir zahlen dann Zinsen für unser eigenes Geld.
Und warum das?
Weil Commerzbank-Chef Blessing sagt: „Nur weil's mal regnet
kann man nicht auf den Platz gehen und sagen, ich spiele heute nicht“
So ist das!
„Nur weil's mal regnet
kann man nicht auf den Platz gehen und sagen, ich spiele heute nicht“
will heißen: Staat schmeiß deine Pumpe an und Geld her.
Wobei das interessante ja der Kreislauf an sich ist.
Das Geld, dass der Staat den Banken leiht
das hat er ja nicht wirklich, in Goldreseren oder so.
Nein, das holt er sich erst mal bei Banken,
Verschuldet sich bei denen, bevor er es ihnen wieder zurück gibt.
„Ja hier Steinbrück.
Ich brauche von der Commerzbank mal drei Milliarden Euro
die kriegen sie morgen wieder als Staatshilfe zurück.
Aber machen Sie sich keine Umstände
... lassen Sie es einfach im Tresor liegen.“
Das muss man sich einmal vorstellen. Unser Erspartes geben wir der Bank
die gibt es dann dem Staa leihtt, der die neuen Milliardenschulden auf den Steuerzahler (das sind meistens wir, also alle, die ihr Geld nicht in Liechtenstein haben) abwälzt und wir zahlen dann Zinsen für unser eigenes Geld.
Und warum das?
Weil Commerzbank-Chef Blessing sagt: „Nur weil's mal regnet
kann man nicht auf den Platz gehen und sagen, ich spiele heute nicht“
So ist das!
Montag, 2. März 2009
Musik von Mauli, Text von Schimanski
Ich wache auf, es ist 3 Uhr 30. Der Fernseher läuft noch, ich denke mir, was muss ich da jetzt wieder für Schweinereien sehen.
"0180 und kein mal 6. Ruf OMA an und sag zu ihr: 'Zieh Dich An!'"
Aber es war weit schlimmer.
Ich sah menschliche Fäkalien und Tiere. Im Deutschen Fernsehen nachts um halb vier. Ich sah ... seien Sie stark und entschuldigen Sie bitte meine Ausdrucksweise ... einen großen Haufen Scheiße. Ich kann es nicht anders sagen, es war so. Im Deutschen Fernsehen, kein Spaß und kein modernes Theater auf 3Sat.
Ein großer Haufen Scheiße ... ja, aber wie soll ich das anders sagen? Der Maulwurf singt doch ... ich zitiere wörtlich...
"Was die anderen sagen, das ist mir egal
Du bist zwar scheiße, doch bei mir erste Wahl
Ich mag deine Art, genau wie sie ist
Obwohl du richtig scheiße bist!
Noch nie hab' ich jemanden so vermisst
Obwohl du richtig scheiße bist!"
Musik von Mauli, Text von Schimanski - die aktuelle Nr. 1 der Download Charts in Deutschland. Dicht gefolgt von Kate Perry und Rihanna . Das ist es, worauf die Kids im Moment so richtig abfahren und abzahlen.
"0180 und kein mal 6. Ruf OMA an und sag zu ihr: 'Zieh Dich An!'"
Aber es war weit schlimmer.
Ich sah menschliche Fäkalien und Tiere. Im Deutschen Fernsehen nachts um halb vier. Ich sah ... seien Sie stark und entschuldigen Sie bitte meine Ausdrucksweise ... einen großen Haufen Scheiße. Ich kann es nicht anders sagen, es war so. Im Deutschen Fernsehen, kein Spaß und kein modernes Theater auf 3Sat.
Ein großer Haufen Scheiße ... ja, aber wie soll ich das anders sagen? Der Maulwurf singt doch ... ich zitiere wörtlich...
"Was die anderen sagen, das ist mir egal
Du bist zwar scheiße, doch bei mir erste Wahl
Ich mag deine Art, genau wie sie ist
Obwohl du richtig scheiße bist!
Noch nie hab' ich jemanden so vermisst
Obwohl du richtig scheiße bist!"
Musik von Mauli, Text von Schimanski - die aktuelle Nr. 1 der Download Charts in Deutschland. Dicht gefolgt von Kate Perry und Rihanna . Das ist es, worauf die Kids im Moment so richtig abfahren und abzahlen.
Freitag, 20. Februar 2009
Gedanken über die Natur des Menschen
Achten Sie mal auf den Unterschied zwischen Menschen, die eine Nachricht im heimischen Wohnzmmer empfangen haben, und denen, die sie in freien Natur empfangen haben. Menschen, die mit viel Mühe vom heimischen Herd via Helicopter auf einen Gipfel geflogen wurden, und den Gipfelsturm auf einem Foto festhalten wollen, die sagen sich oft: "Warum können die anderen Gipfel im Hintergrund nicht ein wenig zusammenrücken, damit alle auf das Bild passen?" Aber die Berge bewegten sich nicht, schon gar nicht auf Kommando. Keinen Zentimeter. Dafür muss man sie einfach lieben. Sie sind so erfrischend natürlich und uneitel. Sowas muss man erlebt haben, indem man sie selbst besteigt, erst kleine Hügel, dann hohe Gipfel. Dabei hilft einem keine BBC-Dokumentation im TV.
Gipfeln ist es im Übrigen gleichgültig ob oder in welcher Gesellschaft sie fotografiert werden, die schütten auch nicht noch schnell mal eine Lawine über ihre Problemzonen. Berge denken in anderen Dimensionen - sie meditieren und ruhen in sich. Von wegen: Berge versetzen ... der Brüller schlechthin ... unter Bergen.
Oder Wiesen. Alles auf ihnen ist vergänglich und trotzdem bin ich fest überzeugt, dass auch sie sich Gedanken machen. Über den nächsten Winter oder welche Grasnaben sie an der Wetterbörse abstoßen, welche Salamander-Durchwanderungsquote die richtige ist. Welches Wasser sie wohin fließen oder sickern lassen. Wie lange sie in der Sonne liegen können, bis sie braun werden.
Und dann erst die Luft und das Wasser. Alles Großmeister der Naturfestspiele. Was uns die Wolken so alles an Gestalten hinzaubern. Und vor allem: ihnen kann keiner was. Wer dem Wind lauscht, was er uns zuraunt, der wird feststellen, es ist nichts anderes als: "Bezwing mich!". Diese tiefe erdverbundene Botschaft. "Bezwing mich ... wenn du es kannst. Aber nimm dich nicht zu ernst dabei. Mensch, mach dir Gedanken wie du es schaffen willst." - So ist auch der älteste Witz der Menschheitsgeschichte entstanden: "Ich krieg dich!" ... "Wer lacht, lässt alle Hemmungen fallen", sagte ja Siegmund Freund. Dann ist so gut wie alles möglich.
So absurd es klingt, Gedanken über die Natur machen sich Menschen schon seit Urzeiten. Seit der Zeit, als sie eins waren mit der Natur. Mit jedem Schritt in eine bessere Zukunft haben wir Menschen uns von der Natur wegbewegt, sind ihr entlaufen. Nun wird die Ozonschicht dünn, die Atemluft zum Sturm, ein Schluck Wasser zum Luxus und wir ziehen uns in unsere Höhlen zurück. Wo sind die Zeiten, als wir uns unter freiem Himmel die Nächte um die Ohren schlugen, den Blick auf das Firmament gerichtet und uns Gedanken machten?
Ich sage nur: Moses hat seine Gebote nicht am heimischen Herd erhalten, er hat sie in der Natur empfangen. Glauben sie mir: in freier Natur ist der Empfang besser.
Gipfeln ist es im Übrigen gleichgültig ob oder in welcher Gesellschaft sie fotografiert werden, die schütten auch nicht noch schnell mal eine Lawine über ihre Problemzonen. Berge denken in anderen Dimensionen - sie meditieren und ruhen in sich. Von wegen: Berge versetzen ... der Brüller schlechthin ... unter Bergen.
Oder Wiesen. Alles auf ihnen ist vergänglich und trotzdem bin ich fest überzeugt, dass auch sie sich Gedanken machen. Über den nächsten Winter oder welche Grasnaben sie an der Wetterbörse abstoßen, welche Salamander-Durchwanderungsquote die richtige ist. Welches Wasser sie wohin fließen oder sickern lassen. Wie lange sie in der Sonne liegen können, bis sie braun werden.
Und dann erst die Luft und das Wasser. Alles Großmeister der Naturfestspiele. Was uns die Wolken so alles an Gestalten hinzaubern. Und vor allem: ihnen kann keiner was. Wer dem Wind lauscht, was er uns zuraunt, der wird feststellen, es ist nichts anderes als: "Bezwing mich!". Diese tiefe erdverbundene Botschaft. "Bezwing mich ... wenn du es kannst. Aber nimm dich nicht zu ernst dabei. Mensch, mach dir Gedanken wie du es schaffen willst." - So ist auch der älteste Witz der Menschheitsgeschichte entstanden: "Ich krieg dich!" ... "Wer lacht, lässt alle Hemmungen fallen", sagte ja Siegmund Freund. Dann ist so gut wie alles möglich.
So absurd es klingt, Gedanken über die Natur machen sich Menschen schon seit Urzeiten. Seit der Zeit, als sie eins waren mit der Natur. Mit jedem Schritt in eine bessere Zukunft haben wir Menschen uns von der Natur wegbewegt, sind ihr entlaufen. Nun wird die Ozonschicht dünn, die Atemluft zum Sturm, ein Schluck Wasser zum Luxus und wir ziehen uns in unsere Höhlen zurück. Wo sind die Zeiten, als wir uns unter freiem Himmel die Nächte um die Ohren schlugen, den Blick auf das Firmament gerichtet und uns Gedanken machten?
Ich sage nur: Moses hat seine Gebote nicht am heimischen Herd erhalten, er hat sie in der Natur empfangen. Glauben sie mir: in freier Natur ist der Empfang besser.
Dienstag, 3. Februar 2009
Wichtige Durchsage
"Sehr geehrte Zugreisende an Bord des ICE Hartmut Mehdorn. In Kürze fahren wir in den Berliner Hauptbahnhof ein. Bitte beachten sie: Sollte ihnen beim Verlassen des Zuges ein abgängiger Stahlträger vor die Füße fallen, so ist dieser Eigentum der Deutschen Bahn AG und darf aus dem Bahnhofsbereich nicht entfernt werden. Wertstoffdiebe sind sofort der Bundespolizei zu melden.
Des weiteren teilen wir ihnen mit, dass von der Presse aufgebauschte Meldungen, nach denen die Deutsche Bahn AG ihre Mitarbeiter überwachen lässt, jedes Beweises entbehren.
Vielen Dank und nun noch drei Meldungen in eigener Sache:
Servicekraft Hoffmann, wir bitten Sie darum, sich künftig vor Verlassen der Zugtoilette, die Hände zu waschen!
Zugbegleiterin Fischer: Der Check Ihres Kniegelenks sieht doch gar nicht so schlecht aus!
Lokführer Al-Ghafir: Gleichen Sie bitte umgehend ihr Girokonto aus!"
Des weiteren teilen wir ihnen mit, dass von der Presse aufgebauschte Meldungen, nach denen die Deutsche Bahn AG ihre Mitarbeiter überwachen lässt, jedes Beweises entbehren.
Vielen Dank und nun noch drei Meldungen in eigener Sache:
Servicekraft Hoffmann, wir bitten Sie darum, sich künftig vor Verlassen der Zugtoilette, die Hände zu waschen!
Zugbegleiterin Fischer: Der Check Ihres Kniegelenks sieht doch gar nicht so schlecht aus!
Lokführer Al-Ghafir: Gleichen Sie bitte umgehend ihr Girokonto aus!"
Dienstag, 27. Januar 2009
Sind wir nicht alle ein klein wenig Salamander
Diesen Text habe ich schon vor gut zwanzig Jahren geschrieben und ihn später dann vertont. Sicherlich kommt er gewissen Liedern und Intentionen von Hanns Dieter Hüsch sehr nahe ... aber warum eigentlich nicht. Manchmal singt ihn mir Hüsch in meinen Gedanken mit seiner unverwechselbaren, melancholischen Stimme vor. In diesem Momenten bin ich, um es leicht unbescheiden auszudrücken, mächtig gerührt.
"Wir alle leben im Zeichen des Salamanders
Meist läuft alles glatt, doch oft ist es auch anders
Unser Leben hat Hügel, Berge, Täler und einen Ozean
Und den befüllen wir mit einem Wasserhahn.
Menschliche Wesen stammen immer von irgendwas was ab
Mal vom Affen und mal von Kapitän Ahab
Mal von Sokrates und dann wieder von Kleist
Sind inmitten von Freunden und trotzdem verwaist
Sind mal animalisch und ein ander Mal Mensch
Dann wieder rollen wir uns ein wie Tut-Ench.
Wir planen unser Leben, so wie wir's gerne hätten
Wollen auf dem Lande leben inmitten von Städten
Haben nichts zu verlieren und verlieren dann doch alles
Suchen trotzdem das Glück, nur für den Fall des Falles.
Wir streichen durch Wiesen und durchs Firmament
Krabbeln die Wände hoch, die man Karriere nennt
Werden leichtsinnig und folgen den Spuren Alexanders
Denn wir alle leben im Zeichen des Salamanders.
Wir suchen nach Ruhm, Ehre, Wohlstand und nach viel Geld
Es fehlt nicht viel und wir regieren die Welt (... im Gedanken)
Manchmal sind wir bei uns und machmal auch ganz woanders
Denn wir alle leben im Zeichen des Salamanders
Wir alle leben im Zeichen des Salamanders."
"Wir alle leben im Zeichen des Salamanders
Meist läuft alles glatt, doch oft ist es auch anders
Unser Leben hat Hügel, Berge, Täler und einen Ozean
Und den befüllen wir mit einem Wasserhahn.
Menschliche Wesen stammen immer von irgendwas was ab
Mal vom Affen und mal von Kapitän Ahab
Mal von Sokrates und dann wieder von Kleist
Sind inmitten von Freunden und trotzdem verwaist
Sind mal animalisch und ein ander Mal Mensch
Dann wieder rollen wir uns ein wie Tut-Ench.
Wir planen unser Leben, so wie wir's gerne hätten
Wollen auf dem Lande leben inmitten von Städten
Haben nichts zu verlieren und verlieren dann doch alles
Suchen trotzdem das Glück, nur für den Fall des Falles.
Wir streichen durch Wiesen und durchs Firmament
Krabbeln die Wände hoch, die man Karriere nennt
Werden leichtsinnig und folgen den Spuren Alexanders
Denn wir alle leben im Zeichen des Salamanders.
Wir suchen nach Ruhm, Ehre, Wohlstand und nach viel Geld
Es fehlt nicht viel und wir regieren die Welt (... im Gedanken)
Manchmal sind wir bei uns und machmal auch ganz woanders
Denn wir alle leben im Zeichen des Salamanders
Wir alle leben im Zeichen des Salamanders."
Mittwoch, 14. Januar 2009
Humor kann man lernen, der Rest ist Begabung
In den 80er Jahren hat der von mir erfundene (und - nebenbei bemerkt - vor wenigen Wochen verstorbene) Sänger Charly Davidson einen Hit gehabt, der hieß 'Buschmann'. Obwohl es sich eine Woche vor dem Amtsabtritt von George W. Bush anbieten würde, schreibe ich unter dem Eindruck dieses Songs nichts über diesen Mann, sondern etwas über das aktuelle RTL-Dschungelcamp "Hol mich hier raus, ich bin ein Star".
Wer zum allerersten Mal eine Folge von "Ich bin ein Star. Holt mich hier raus!" verfolgt, dem sei vorweg gesagt, dass sich hier keine Stars von heute die Ehre geben, sondern (... gab es vor Jahrzehnten im ZDF nicht mal die "Western von gestern. Zu Wegwerfen zu schade"?) Sternschnuppen von früher, zum Verglühen immer noch gut genug. Wie auchimmer. Jedenfalls geht es hierbei, anders als man annehmen könnte, nicht darum, dass jemand sagt "Hol mich hier raus, ich bin ein Star", sondern, die Leute rutschen alle freiwillig in den RTL-Promi-Pranger rein, wie die Made in den Speck.
Immer, wenn ich mir das anschaue, gerate ich unwillkürlich ins Staunen. Kann das denn wirklich alles wahr sein, was sich da vor des Zuschauers Auge entfaltet? (Nun wird einem auch klar, warum in dem Wort Zuschauer der Schauer enthaten ist). Zum Bleistift Ingrid van Bergen, 77 Jahre alt und Single. Was zur Hölle macht die Frau in diesem Dschungel ... außer natürlich Geld verdienen? Sie vergisst stets, etwas zu trinken, verlegt dauernd ihren Kamm/Schlafsack/Büstenhalter und irrt als Suchende durch den Urwald, wenn sie nicht ständig alte Knast-Geschichten erzählt. Man muss hierzu wissen, dass Frau van Bergen deshalb Single ist, weil sie vor über drei Jahrzehnten erstens im Affekt und zweitens in ihrer Villa am Starnberger See ihren Lebensgefährten erschossen hat. Vor einem viertel Jahrhundert wurde sie aus dem Knast entlassen, daher auch die erwähnten Geschichten.
Kandidatin Zwei, Frau Mausi Lugner, bekannt als Ex-Ehefrau des Wiener Bauunternehmers Richard "Mörtel" Lugner, wehrt sich gegen Ösi-Witze, fühlt sich im Urwald allein gelassen und will mit ihrer Teilnahme an der TV-Show (Zitat) "ein Zeichen des Friedens" vom Camp in die ach so böse Welt schicken. Wahrscheinlich braucht aber auch sie das Geld; man redet von 20.000 Euro Garantiesumme, einfach nur fürs Teilnehmen. Beide Frauen würden jedoch im echten Dschungel nicht einmal drei Tage überleben, sind sie doch noch nicht einmal gemeinsam in der Lage, aus Bambusrohren eine Wasserleitung zu bauen und vergeigen so eine Schatzsuche völlig.
Lorielle London, ein wenig talentierter und inzwischen zu einer Art Frau umoperierter Sänger, heult und lametiert ständig herzerweichend über sein ... entschuldigung ... ihr Dasein, so dass sich der Zuschauer fragt, ob das mit der Geschlechtsumwandlung wirklich eine so gute Idee war. Als Dschungelkönigin würden sich für Lorielle, sagte er/sie, so viele Möglichkeiten im Leben eröffnen. Welche, sagt Lorielle nicht.
Kandidat Günther Kaufmann lebt sein Leben im Urwald so gewissenhaft, als wäre er, wie vor vielen Jahren, der der Verdächtige bei Oberinspektor Derrick. Der Schauspieler Kaufmann saß übrigens auch mal wirklich im Gefängnis, weil er als guter Schauspieler der er unbestritten ist (einst wurde er von Rainer Werner Fassbinder entdeckt), aufgrund eines falschen Mord-Geständnises zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war. Nachdem die tatsächlichen Täter verurteilt worden waren, kam Kaufmann wieder auf freien Fuß. Im Dschungel liegt er meist in der Hängematte, wenn er nicht gerade das stille Örtschen besucht, und genießt das Leben vor Ort, man darf es auch hier annehmen, hauptsächlich wegen des Geldes.
Doch was macht eigentlich mit Norbert Schramm ein renomierter Eiskunstläufer und zweimaliger Europameister im heißen Dschungel? Richig: Geld verdienen. Überhaupt: das Leben in dieser Gruppe und unter diesen erschwerten Bedingungen - es ist wie eine domestizierte menschlicheKatastrophe, bei der mann nicht wegschauen kann, aber richtig helfen hann man auch nicht, denn jeder kostenpflichtige Anruf dient nur dazu, eine Sternschnuppe vor dem Rausschmiss zu retten.
Auch dieses Mal hat RTL wieder im Fundus von fast gescheiterten Existenzen gewühlt und wahre Prachtexemplare gefunden, die neben Bergen, Lugner, London, Kaufmann und Schramm Dschungelkönig werden wollen und dazu jede Menge Humor beweisen müssen. Hoffentlich denken sie daran: Humor kann man lernen, der Rest ist, wie bei jeder Tätigkeit, Begabung. Übrigens muss man sich als Zuschauer keinerlei Gedanken um den weiteren Fortgang der Show machen. Es ist hier so wei immer, bei der leichten Fernsehunterhaltung: Wenn die Quoten stimmen, wird das Spektakel fortgesetzt. Wenn nicht, versinkt die virtuelle Dschungelstadt in der Versenkung. Wie ihre Sternschnuppen.
Wer zum allerersten Mal eine Folge von "Ich bin ein Star. Holt mich hier raus!" verfolgt, dem sei vorweg gesagt, dass sich hier keine Stars von heute die Ehre geben, sondern (... gab es vor Jahrzehnten im ZDF nicht mal die "Western von gestern. Zu Wegwerfen zu schade"?) Sternschnuppen von früher, zum Verglühen immer noch gut genug. Wie auchimmer. Jedenfalls geht es hierbei, anders als man annehmen könnte, nicht darum, dass jemand sagt "Hol mich hier raus, ich bin ein Star", sondern, die Leute rutschen alle freiwillig in den RTL-Promi-Pranger rein, wie die Made in den Speck.
Immer, wenn ich mir das anschaue, gerate ich unwillkürlich ins Staunen. Kann das denn wirklich alles wahr sein, was sich da vor des Zuschauers Auge entfaltet? (Nun wird einem auch klar, warum in dem Wort Zuschauer der Schauer enthaten ist). Zum Bleistift Ingrid van Bergen, 77 Jahre alt und Single. Was zur Hölle macht die Frau in diesem Dschungel ... außer natürlich Geld verdienen? Sie vergisst stets, etwas zu trinken, verlegt dauernd ihren Kamm/Schlafsack/Büstenhalter und irrt als Suchende durch den Urwald, wenn sie nicht ständig alte Knast-Geschichten erzählt. Man muss hierzu wissen, dass Frau van Bergen deshalb Single ist, weil sie vor über drei Jahrzehnten erstens im Affekt und zweitens in ihrer Villa am Starnberger See ihren Lebensgefährten erschossen hat. Vor einem viertel Jahrhundert wurde sie aus dem Knast entlassen, daher auch die erwähnten Geschichten.
Kandidatin Zwei, Frau Mausi Lugner, bekannt als Ex-Ehefrau des Wiener Bauunternehmers Richard "Mörtel" Lugner, wehrt sich gegen Ösi-Witze, fühlt sich im Urwald allein gelassen und will mit ihrer Teilnahme an der TV-Show (Zitat) "ein Zeichen des Friedens" vom Camp in die ach so böse Welt schicken. Wahrscheinlich braucht aber auch sie das Geld; man redet von 20.000 Euro Garantiesumme, einfach nur fürs Teilnehmen. Beide Frauen würden jedoch im echten Dschungel nicht einmal drei Tage überleben, sind sie doch noch nicht einmal gemeinsam in der Lage, aus Bambusrohren eine Wasserleitung zu bauen und vergeigen so eine Schatzsuche völlig.
Lorielle London, ein wenig talentierter und inzwischen zu einer Art Frau umoperierter Sänger, heult und lametiert ständig herzerweichend über sein ... entschuldigung ... ihr Dasein, so dass sich der Zuschauer fragt, ob das mit der Geschlechtsumwandlung wirklich eine so gute Idee war. Als Dschungelkönigin würden sich für Lorielle, sagte er/sie, so viele Möglichkeiten im Leben eröffnen. Welche, sagt Lorielle nicht.
Kandidat Günther Kaufmann lebt sein Leben im Urwald so gewissenhaft, als wäre er, wie vor vielen Jahren, der der Verdächtige bei Oberinspektor Derrick. Der Schauspieler Kaufmann saß übrigens auch mal wirklich im Gefängnis, weil er als guter Schauspieler der er unbestritten ist (einst wurde er von Rainer Werner Fassbinder entdeckt), aufgrund eines falschen Mord-Geständnises zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war. Nachdem die tatsächlichen Täter verurteilt worden waren, kam Kaufmann wieder auf freien Fuß. Im Dschungel liegt er meist in der Hängematte, wenn er nicht gerade das stille Örtschen besucht, und genießt das Leben vor Ort, man darf es auch hier annehmen, hauptsächlich wegen des Geldes.
Doch was macht eigentlich mit Norbert Schramm ein renomierter Eiskunstläufer und zweimaliger Europameister im heißen Dschungel? Richig: Geld verdienen. Überhaupt: das Leben in dieser Gruppe und unter diesen erschwerten Bedingungen - es ist wie eine domestizierte menschlicheKatastrophe, bei der mann nicht wegschauen kann, aber richtig helfen hann man auch nicht, denn jeder kostenpflichtige Anruf dient nur dazu, eine Sternschnuppe vor dem Rausschmiss zu retten.
Auch dieses Mal hat RTL wieder im Fundus von fast gescheiterten Existenzen gewühlt und wahre Prachtexemplare gefunden, die neben Bergen, Lugner, London, Kaufmann und Schramm Dschungelkönig werden wollen und dazu jede Menge Humor beweisen müssen. Hoffentlich denken sie daran: Humor kann man lernen, der Rest ist, wie bei jeder Tätigkeit, Begabung. Übrigens muss man sich als Zuschauer keinerlei Gedanken um den weiteren Fortgang der Show machen. Es ist hier so wei immer, bei der leichten Fernsehunterhaltung: Wenn die Quoten stimmen, wird das Spektakel fortgesetzt. Wenn nicht, versinkt die virtuelle Dschungelstadt in der Versenkung. Wie ihre Sternschnuppen.
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