Niemand lebt ewig. Aber er überlebt in seinem Werk. Gelernt habe ich diese Erkenntnis 1972 in einem Buch, dessen Autor nun gestorben ist: James Graham Ballard. Sein "Vermilion Sands" (in Deutschland: "Die Tausend Träume von Stellavista", da dem Verlag die exakte Übersetzung "Zinnober Strand" zu nichtssagend war), eine Sammlung von Science-Fiction-Erzählungen, las ich schon unmittelbar nach dem Erscheinen und es veränderte mein Bild davon, was Zukunftsvisionen sind oder sein können. Science-Fiction, das war in den Texten von J. G. Ballard nicht mehr Raumschiffschlacht oder Zeitreise, sondern er schuf kulturpolitisch-soziale Szenarien, die ebenso möglich wie beängstigend sein konnten.
"Aufklärung ist für die Menschheit ein völliger Mythos und führt uns dazu, dass wir uns die meiste Zeit unseres Lebens als gesunde und klar denkende Wesen betrachten. Doch das sind wir nicht.", sagte Ballard einmal in einem Interview mit einer australischen Zeitung.
1930 in Shanghai geboren, begann Ballards Schriftstellerkarriere 1961 mit dem Roman "The Wind from Nowhere". Einige seiner Romane wurden verfilmt, darunter "Crash", die Geschichte von dekadenten Jugendlichen, deren Liebe zu Autos und zu Schmerzen in einer Selbstzerstörungs-Orgie endet. Weltrweit bekannt wurde Ballards persönliche Geschichte durch die Steven-Spielberg-Verfilmung seines autobiografischen Romans "Empire of The Sun" ("Das Reich der Sonne").
Am 19. April 2009 erlag James Graham Ballard im Alter von 78 Jahren in London den Folgen einer Krebserkrankung. Mein persönliches Denkmal habe ich ihm bereits vor einigen Jahren gesetzt mit meinem, an Ballards "Vermilion Sands" angelehnten, Erzählungsband "Tausand Träume". Wie und wann er einmal erscheinen wird, das ist ungewiss, aber dass er nur durch J. G. Ballards Inspiration entstanden ist, das steht außer Frage.
Wenn "Tausand Träume" irgendwann einmal erscheinen sollte, dann hat dies allein mit dem Mann zu tun, der gerade von uns gegangen ist, in seinem Werk und dessen Auswirkungen aber immer präsent sein wird.
Montag, 27. April 2009
Dienstag, 7. April 2009
Jenachdem I: Es ist wie es ist
Dass unsere Kinder so ganz anders sind als wir, in ihren Lebensumständen, ihrer Körpergröße und so, ganz anders, als wir es früher waren, daran können wir nichts ändern. Gelegentlich und mit viel Humor, stelle ichaber doch Parallelen fest. Meine jüngtse Tochter etwa, die hasst, wie ich, abgelaufene Dinge. Bei mir waren es abgelaufene Schuhe und bei ihr sind es abgelaufene Lebensmittel. Während ich gerne was einkaufe, was billig ist, weil es gerade abläuft, schüttelt sie sich immer, wenn sie nur das orange-rote Etikett sieht. Dabei habe ich ihr schon tausend Mal erklärt, dass die Haltbarkeitsangaben Mindesthaltbarkeitsangaben sind und die Lebensmittel natürlich noch Tage oder, wie sogar mal Günther Jauchin eine seiner Sendungen selbst getestet hat, Jahre lang danach verzehrbar sind. Ohne MHD-Angaben könnte die Tafeln in Deutschland gar nicht überleben. Aber natürlich hat auch meine Tochter recht, denn die sieht, wie ich einkaufe: von den abgelaufenen Lebensmitteln nehme ich gleich zwei oder drei mit - von den normalen Artikeln hätte ich wahrscheinlich nur eines mitgenommen.
Und dazu fällt mir dann immer die alte persische Geschichte ein, von dem alten Wesir, der sieben Körbe Datteln geschenkt bekam und ob so viel frugalem Reichtum ganz aus dem Häuschen war. Aber zuerst aß er die leicht angematschten Datteln aus jedem Korb. Das machte er jeden Tag und am Ende hatte er nur angematschte Datteln gegessen. Da sagte der Narr Buhlul zu ihm "Hättest Du am ersten Tag nur sieben angematschte Datteln weggeworfen, dann hättest Du die ganze weitere Zeit über reife Date genießen können." - Leider verstanden die alten persischen Herrscher bei Datteln keinen Spaß und so wurde Buhlul hingerichtet.
Heute sind Hinrichtungen abgeschafft, wenigstens bei uns, dafür richten wir unsere Gesundheit zugrunde. Haltungsschäden holen sich unsere Jugendlichen zu Beispiel, den Berufsgenossenschaften sei Dank, nicht mehr am Arbeitsplatz. Dafür wird die nachfolgende Generation eine sein, die sich ihre Haltungsschäden am Computer geholt hat, sie wird zudem noch diabitös, übergewichtig und ... nein, das war jetzt nicht sehr gerecht von mir ... habe ich doch glatt die Gehirnschäden durch übermäßigen Alkoholgenuss vergessen. An der SU sieht man ja, wohin so etwas führt.
Aber es gibt eine Lösung aus dem Dilemma. Ich weiß zwar nicht welche, aber es klingt doch erst einmal gut, wenn man eine Lösung verspricht. Einige von Ihnen waren doch tatsächlich wieder beruhigt, als ich davon sprach. Vielleicht hätte ich doch Politiker werden sollen.
Und dazu fällt mir dann immer die alte persische Geschichte ein, von dem alten Wesir, der sieben Körbe Datteln geschenkt bekam und ob so viel frugalem Reichtum ganz aus dem Häuschen war. Aber zuerst aß er die leicht angematschten Datteln aus jedem Korb. Das machte er jeden Tag und am Ende hatte er nur angematschte Datteln gegessen. Da sagte der Narr Buhlul zu ihm "Hättest Du am ersten Tag nur sieben angematschte Datteln weggeworfen, dann hättest Du die ganze weitere Zeit über reife Date genießen können." - Leider verstanden die alten persischen Herrscher bei Datteln keinen Spaß und so wurde Buhlul hingerichtet.
Heute sind Hinrichtungen abgeschafft, wenigstens bei uns, dafür richten wir unsere Gesundheit zugrunde. Haltungsschäden holen sich unsere Jugendlichen zu Beispiel, den Berufsgenossenschaften sei Dank, nicht mehr am Arbeitsplatz. Dafür wird die nachfolgende Generation eine sein, die sich ihre Haltungsschäden am Computer geholt hat, sie wird zudem noch diabitös, übergewichtig und ... nein, das war jetzt nicht sehr gerecht von mir ... habe ich doch glatt die Gehirnschäden durch übermäßigen Alkoholgenuss vergessen. An der SU sieht man ja, wohin so etwas führt.
Aber es gibt eine Lösung aus dem Dilemma. Ich weiß zwar nicht welche, aber es klingt doch erst einmal gut, wenn man eine Lösung verspricht. Einige von Ihnen waren doch tatsächlich wieder beruhigt, als ich davon sprach. Vielleicht hätte ich doch Politiker werden sollen.
Donnerstag, 19. März 2009
Die ewigen Schaltkreise
Vielleicht lassen sich sog. Killerspiele wie 'Counterstrike' dadurch in harmlosere Bahnen lenken, dass die Computerspieler per Gesetz dazu verpflichtet werden, nach dem Tod eines jeden getöteten virtuellen Gegners eine Schweigeminute einzulegen, damit dieser in Ruhe und Würde in die ewigen Schaltkreise eingehen kann.
Wenn Europa bei dieser Idee geschlossen mitziehen würde, könnte man auch alle anderen online mitspielenden Wohnzimmer-Guerrillas dazu verpflichten, mitzutrauern. Das würde diese Killerspiele ein für alle mal etschärfen und europaweit zu maximal 360 toten Computerfiguren pro Stunde führen. Immer noch viel, aber bei weitem nicht so schlimm, wie momentan.
Wenn Europa bei dieser Idee geschlossen mitziehen würde, könnte man auch alle anderen online mitspielenden Wohnzimmer-Guerrillas dazu verpflichten, mitzutrauern. Das würde diese Killerspiele ein für alle mal etschärfen und europaweit zu maximal 360 toten Computerfiguren pro Stunde führen. Immer noch viel, aber bei weitem nicht so schlimm, wie momentan.
Freitag, 13. März 2009
Schweren Herzens
»Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger ...
(Steht da im Manuskript wirklich 'Neger'? Tatsächlich. Man sollte sich die Texte einfach mal vorher durchlesen, bevor man sie unters Volk bringt.)
... ähem, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und ich habe hier eben ganz bewusst, ganz bewusst das Wort 'Neger' ausgesprochen, weil ich sie hierdurch auf die Bedeutung von und den Umgang mit Nicht-Weißen Menschen aufmerksam machen wollte. Oft weiß man ja nicht, die man mit unseren farbigen Mitmenschen umgehen soll. Das fängt beim Hautfarbenklischee an und hört bei der Ausweisung auf.
Schauen wir mal nach England; da wird der Indoarier von Mitgliedern des Königshauses schon mal verächtlich „Paki“ genannt. In Russland ist der Chinese ein „Gelber“, in China der Russe ein „Graubrot“. Die Beispiele lassen sich rund um die Welt finden und für Millionen von Menschen sind wir Deutsche die „Krauts“. Aber auch innerhalb unserer Nation gibt es unterschiedliche Verfahrensweisen. Während in Westdeutschland der Vietnamnese ein Chinese ist, verlebt man im Osten seine Heimat immer noch in den Südpazifik und nennt ihn schlicht „Fidji“. Überhaupt waren die Sitten in der DDR durchaus lockerer als in der BRD.
Als ich im Sommer 1991, oder, wie ich gelegentlich zu sagen pflege, kurz nach der Wende, sozusagen unmittelbar nach dem Mauerfall oder besser ausgedrückt: als die beiden Deutschen Staaten gerade frisch siamisiert waren ... ähä ... ähä ... ähä ... jedenfalls zu Zeiten, als die Autobahnen zwischen Eisenach und Dresden, zwischen Rostock und Karl-Marx-Stadt noch keine Leitplanken hatten, als ich da nach Leipzig fuhr und zur Ortskrankenkasse ging, die damals noch vom AOK-Landesverband Rheinland freundschaftlich unterstützt wurde, bevor es zur feindlichen Übernahme kam, da fiel mir ein gedrucktes Heftchen in die Hand, für die Kinder der Versicherten und das hieß schlicht und ergreifend „Bimbo“. Heute würde eine solche Publikation niemals den Ethik-Vorstellungen der PKP, der Bundesstelle für Politisch Korrekte Phrasen, entsprechen; die gesamte Produktion müsste eingestampft werden.
Aber ich war ja beim Neger stehen geblieben. Ich hoffe, Sie erinnern sich noch, dass ich „liebe Neger“ sagte und das sagt doch alles. Ich liebe Neger. Ich liebe ... ich liebe doch alle ... alle Menschen. Na ich liebe doch ... ich setzte mich doch dafür ein! Und es ist doch unbestritten, dass der Ausdruck „Neger“ Menschen dunkler Hautfarbe bezeichnet. Heutzutage ist er wegen seines rassistisch abwertenden Charakters weitgehend aus dem öffentlichen Sprachgebrauch verdrängt. Unser Duden empfiehlt dringend, den Ausdruck „Neger“ zu vermeiden. Das haben wir alles den Nazis und Neo-Nazis zu verdanken. Ich finde, es wird allgemein unterschätzt, was die Deutschland angetan haben und uns immer noch antun. Von all dem anderen, was Hitler und Konsorten der Welt angetan haben einmal ganz abgesehen ... ganz abgesehen.
Bis hin ins 19. Jahrhundert war der Ausdruck „Mohr“ - lat. Abgeleitet von „maurus“, für das Volk der Mauren - gängig, selbst der große Friedrich von Schiller dichtete vom Mohr, der seine Schuldigkeit getan. Weil aber die Engländer, die Spanier, die Niederländer und die Franzosen seinerzeit in Afrika auf Menschenjagd gingen und Millionen als Sklaven nach Amerika schafften ... schauen Sie sich doch Nordamerika und Südamerika einmal in Ruhe an, meinen Sie, in Brasilien oder Venezuela, in den USA oder Kanada, das seien alles Ureinwohner? ... wegen dieser Nationen, die mit der Entführung von Afrikanern ihre kolonialen Weltreiche begründeten, dürfen wir in Deutschland heute nicht mehr erotisch angehauchten „Negerkuss“ sagen. Statt dessen will man uns einen „Schaumkuss“ aufzwingen. Ist das nicht absurd?
Natürlich hat Deutschland auch am Imperialismus teilgehabt, woher kommt denn wohl der Ausdruck des Kolonialwarenladens? Aber Deutschland hatte keine Aktie dran, an der ganzen Versklaverei. Na, ja, vielleicht ein paar Aktion, aber wir haben da vom Grunde her nicht mitgemacht. Erst der Ausländer Adolf Hüttler und seine Ermordung von Millionen Menschen, hat die Menschen von der Geschichte der Sklaverei und der ethnischen Umwandlung ganzer Kontinente abgelenkt ... äh ... zurecht, zurecht, weil man das, was zu Hüttlers Zeiten passiert ist, den Holocaust, den Genozid, die Massenvernichtung, niemals wieder gut machen kann.
Wir Deutsche haben da, schweren Herzens, eine ganz besondere Verpflichtung und müssen da sehr, sehr auf den richtigen Umgang mit Wörtern achten. Man darf noch nicht einmal, wie Eva Hermann es getan hat, sagen: „Aber es sind auch Autobahnen damals gebaut worden. Und wir fahren heute darauf.“ - Also, also. „Damals gebaut“ hat sie gesagt, also, das geht so nicht. Und „Autobahn“, das geht ja gar nicht. Entsetzen allenthalben! Man muss einfach lernen, dass man über den Verlauf unserer Geschichte nicht reden kann, ohne in Gefahr zu geraten, sagt Eva Hermann. Und das hat sie wirklich gesagt. Nicht so wie Heinrich Lübke. Der hat das mit den „Lieben Negern“ nämlich niemals gesagt. Und trotzdem hängt es ihm auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch an.
In diesem Sinne, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger. Ich wünsche Ihnen alles nur erdenklich Gute.«
(aus: "Heimatkunde"/2007)
(Steht da im Manuskript wirklich 'Neger'? Tatsächlich. Man sollte sich die Texte einfach mal vorher durchlesen, bevor man sie unters Volk bringt.)
... ähem, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und ich habe hier eben ganz bewusst, ganz bewusst das Wort 'Neger' ausgesprochen, weil ich sie hierdurch auf die Bedeutung von und den Umgang mit Nicht-Weißen Menschen aufmerksam machen wollte. Oft weiß man ja nicht, die man mit unseren farbigen Mitmenschen umgehen soll. Das fängt beim Hautfarbenklischee an und hört bei der Ausweisung auf.
Schauen wir mal nach England; da wird der Indoarier von Mitgliedern des Königshauses schon mal verächtlich „Paki“ genannt. In Russland ist der Chinese ein „Gelber“, in China der Russe ein „Graubrot“. Die Beispiele lassen sich rund um die Welt finden und für Millionen von Menschen sind wir Deutsche die „Krauts“. Aber auch innerhalb unserer Nation gibt es unterschiedliche Verfahrensweisen. Während in Westdeutschland der Vietnamnese ein Chinese ist, verlebt man im Osten seine Heimat immer noch in den Südpazifik und nennt ihn schlicht „Fidji“. Überhaupt waren die Sitten in der DDR durchaus lockerer als in der BRD.
Als ich im Sommer 1991, oder, wie ich gelegentlich zu sagen pflege, kurz nach der Wende, sozusagen unmittelbar nach dem Mauerfall oder besser ausgedrückt: als die beiden Deutschen Staaten gerade frisch siamisiert waren ... ähä ... ähä ... ähä ... jedenfalls zu Zeiten, als die Autobahnen zwischen Eisenach und Dresden, zwischen Rostock und Karl-Marx-Stadt noch keine Leitplanken hatten, als ich da nach Leipzig fuhr und zur Ortskrankenkasse ging, die damals noch vom AOK-Landesverband Rheinland freundschaftlich unterstützt wurde, bevor es zur feindlichen Übernahme kam, da fiel mir ein gedrucktes Heftchen in die Hand, für die Kinder der Versicherten und das hieß schlicht und ergreifend „Bimbo“. Heute würde eine solche Publikation niemals den Ethik-Vorstellungen der PKP, der Bundesstelle für Politisch Korrekte Phrasen, entsprechen; die gesamte Produktion müsste eingestampft werden.
Aber ich war ja beim Neger stehen geblieben. Ich hoffe, Sie erinnern sich noch, dass ich „liebe Neger“ sagte und das sagt doch alles. Ich liebe Neger. Ich liebe ... ich liebe doch alle ... alle Menschen. Na ich liebe doch ... ich setzte mich doch dafür ein! Und es ist doch unbestritten, dass der Ausdruck „Neger“ Menschen dunkler Hautfarbe bezeichnet. Heutzutage ist er wegen seines rassistisch abwertenden Charakters weitgehend aus dem öffentlichen Sprachgebrauch verdrängt. Unser Duden empfiehlt dringend, den Ausdruck „Neger“ zu vermeiden. Das haben wir alles den Nazis und Neo-Nazis zu verdanken. Ich finde, es wird allgemein unterschätzt, was die Deutschland angetan haben und uns immer noch antun. Von all dem anderen, was Hitler und Konsorten der Welt angetan haben einmal ganz abgesehen ... ganz abgesehen.
Bis hin ins 19. Jahrhundert war der Ausdruck „Mohr“ - lat. Abgeleitet von „maurus“, für das Volk der Mauren - gängig, selbst der große Friedrich von Schiller dichtete vom Mohr, der seine Schuldigkeit getan. Weil aber die Engländer, die Spanier, die Niederländer und die Franzosen seinerzeit in Afrika auf Menschenjagd gingen und Millionen als Sklaven nach Amerika schafften ... schauen Sie sich doch Nordamerika und Südamerika einmal in Ruhe an, meinen Sie, in Brasilien oder Venezuela, in den USA oder Kanada, das seien alles Ureinwohner? ... wegen dieser Nationen, die mit der Entführung von Afrikanern ihre kolonialen Weltreiche begründeten, dürfen wir in Deutschland heute nicht mehr erotisch angehauchten „Negerkuss“ sagen. Statt dessen will man uns einen „Schaumkuss“ aufzwingen. Ist das nicht absurd?
Natürlich hat Deutschland auch am Imperialismus teilgehabt, woher kommt denn wohl der Ausdruck des Kolonialwarenladens? Aber Deutschland hatte keine Aktie dran, an der ganzen Versklaverei. Na, ja, vielleicht ein paar Aktion, aber wir haben da vom Grunde her nicht mitgemacht. Erst der Ausländer Adolf Hüttler und seine Ermordung von Millionen Menschen, hat die Menschen von der Geschichte der Sklaverei und der ethnischen Umwandlung ganzer Kontinente abgelenkt ... äh ... zurecht, zurecht, weil man das, was zu Hüttlers Zeiten passiert ist, den Holocaust, den Genozid, die Massenvernichtung, niemals wieder gut machen kann.
Wir Deutsche haben da, schweren Herzens, eine ganz besondere Verpflichtung und müssen da sehr, sehr auf den richtigen Umgang mit Wörtern achten. Man darf noch nicht einmal, wie Eva Hermann es getan hat, sagen: „Aber es sind auch Autobahnen damals gebaut worden. Und wir fahren heute darauf.“ - Also, also. „Damals gebaut“ hat sie gesagt, also, das geht so nicht. Und „Autobahn“, das geht ja gar nicht. Entsetzen allenthalben! Man muss einfach lernen, dass man über den Verlauf unserer Geschichte nicht reden kann, ohne in Gefahr zu geraten, sagt Eva Hermann. Und das hat sie wirklich gesagt. Nicht so wie Heinrich Lübke. Der hat das mit den „Lieben Negern“ nämlich niemals gesagt. Und trotzdem hängt es ihm auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch an.
In diesem Sinne, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger. Ich wünsche Ihnen alles nur erdenklich Gute.«
(aus: "Heimatkunde"/2007)
Dienstag, 3. März 2009
Pecunia non olet
Commerzbank-Chef Blessing sagt bei BECKMANN
„Nur weil's mal regnet
kann man nicht auf den Platz gehen und sagen, ich spiele heute nicht“
will heißen: Staat schmeiß deine Pumpe an und Geld her.
Wobei das interessante ja der Kreislauf an sich ist.
Das Geld, dass der Staat den Banken leiht
das hat er ja nicht wirklich, in Goldreseren oder so.
Nein, das holt er sich erst mal bei Banken,
Verschuldet sich bei denen, bevor er es ihnen wieder zurück gibt.
„Ja hier Steinbrück.
Ich brauche von der Commerzbank mal drei Milliarden Euro
die kriegen sie morgen wieder als Staatshilfe zurück.
Aber machen Sie sich keine Umstände
... lassen Sie es einfach im Tresor liegen.“
Das muss man sich einmal vorstellen. Unser Erspartes geben wir der Bank
die gibt es dann dem Staa leihtt, der die neuen Milliardenschulden auf den Steuerzahler (das sind meistens wir, also alle, die ihr Geld nicht in Liechtenstein haben) abwälzt und wir zahlen dann Zinsen für unser eigenes Geld.
Und warum das?
Weil Commerzbank-Chef Blessing sagt: „Nur weil's mal regnet
kann man nicht auf den Platz gehen und sagen, ich spiele heute nicht“
So ist das!
„Nur weil's mal regnet
kann man nicht auf den Platz gehen und sagen, ich spiele heute nicht“
will heißen: Staat schmeiß deine Pumpe an und Geld her.
Wobei das interessante ja der Kreislauf an sich ist.
Das Geld, dass der Staat den Banken leiht
das hat er ja nicht wirklich, in Goldreseren oder so.
Nein, das holt er sich erst mal bei Banken,
Verschuldet sich bei denen, bevor er es ihnen wieder zurück gibt.
„Ja hier Steinbrück.
Ich brauche von der Commerzbank mal drei Milliarden Euro
die kriegen sie morgen wieder als Staatshilfe zurück.
Aber machen Sie sich keine Umstände
... lassen Sie es einfach im Tresor liegen.“
Das muss man sich einmal vorstellen. Unser Erspartes geben wir der Bank
die gibt es dann dem Staa leihtt, der die neuen Milliardenschulden auf den Steuerzahler (das sind meistens wir, also alle, die ihr Geld nicht in Liechtenstein haben) abwälzt und wir zahlen dann Zinsen für unser eigenes Geld.
Und warum das?
Weil Commerzbank-Chef Blessing sagt: „Nur weil's mal regnet
kann man nicht auf den Platz gehen und sagen, ich spiele heute nicht“
So ist das!
Montag, 2. März 2009
Musik von Mauli, Text von Schimanski
Ich wache auf, es ist 3 Uhr 30. Der Fernseher läuft noch, ich denke mir, was muss ich da jetzt wieder für Schweinereien sehen.
"0180 und kein mal 6. Ruf OMA an und sag zu ihr: 'Zieh Dich An!'"
Aber es war weit schlimmer.
Ich sah menschliche Fäkalien und Tiere. Im Deutschen Fernsehen nachts um halb vier. Ich sah ... seien Sie stark und entschuldigen Sie bitte meine Ausdrucksweise ... einen großen Haufen Scheiße. Ich kann es nicht anders sagen, es war so. Im Deutschen Fernsehen, kein Spaß und kein modernes Theater auf 3Sat.
Ein großer Haufen Scheiße ... ja, aber wie soll ich das anders sagen? Der Maulwurf singt doch ... ich zitiere wörtlich...
"Was die anderen sagen, das ist mir egal
Du bist zwar scheiße, doch bei mir erste Wahl
Ich mag deine Art, genau wie sie ist
Obwohl du richtig scheiße bist!
Noch nie hab' ich jemanden so vermisst
Obwohl du richtig scheiße bist!"
Musik von Mauli, Text von Schimanski - die aktuelle Nr. 1 der Download Charts in Deutschland. Dicht gefolgt von Kate Perry und Rihanna . Das ist es, worauf die Kids im Moment so richtig abfahren und abzahlen.
"0180 und kein mal 6. Ruf OMA an und sag zu ihr: 'Zieh Dich An!'"
Aber es war weit schlimmer.
Ich sah menschliche Fäkalien und Tiere. Im Deutschen Fernsehen nachts um halb vier. Ich sah ... seien Sie stark und entschuldigen Sie bitte meine Ausdrucksweise ... einen großen Haufen Scheiße. Ich kann es nicht anders sagen, es war so. Im Deutschen Fernsehen, kein Spaß und kein modernes Theater auf 3Sat.
Ein großer Haufen Scheiße ... ja, aber wie soll ich das anders sagen? Der Maulwurf singt doch ... ich zitiere wörtlich...
"Was die anderen sagen, das ist mir egal
Du bist zwar scheiße, doch bei mir erste Wahl
Ich mag deine Art, genau wie sie ist
Obwohl du richtig scheiße bist!
Noch nie hab' ich jemanden so vermisst
Obwohl du richtig scheiße bist!"
Musik von Mauli, Text von Schimanski - die aktuelle Nr. 1 der Download Charts in Deutschland. Dicht gefolgt von Kate Perry und Rihanna . Das ist es, worauf die Kids im Moment so richtig abfahren und abzahlen.
Freitag, 20. Februar 2009
Gedanken über die Natur des Menschen
Achten Sie mal auf den Unterschied zwischen Menschen, die eine Nachricht im heimischen Wohnzmmer empfangen haben, und denen, die sie in freien Natur empfangen haben. Menschen, die mit viel Mühe vom heimischen Herd via Helicopter auf einen Gipfel geflogen wurden, und den Gipfelsturm auf einem Foto festhalten wollen, die sagen sich oft: "Warum können die anderen Gipfel im Hintergrund nicht ein wenig zusammenrücken, damit alle auf das Bild passen?" Aber die Berge bewegten sich nicht, schon gar nicht auf Kommando. Keinen Zentimeter. Dafür muss man sie einfach lieben. Sie sind so erfrischend natürlich und uneitel. Sowas muss man erlebt haben, indem man sie selbst besteigt, erst kleine Hügel, dann hohe Gipfel. Dabei hilft einem keine BBC-Dokumentation im TV.
Gipfeln ist es im Übrigen gleichgültig ob oder in welcher Gesellschaft sie fotografiert werden, die schütten auch nicht noch schnell mal eine Lawine über ihre Problemzonen. Berge denken in anderen Dimensionen - sie meditieren und ruhen in sich. Von wegen: Berge versetzen ... der Brüller schlechthin ... unter Bergen.
Oder Wiesen. Alles auf ihnen ist vergänglich und trotzdem bin ich fest überzeugt, dass auch sie sich Gedanken machen. Über den nächsten Winter oder welche Grasnaben sie an der Wetterbörse abstoßen, welche Salamander-Durchwanderungsquote die richtige ist. Welches Wasser sie wohin fließen oder sickern lassen. Wie lange sie in der Sonne liegen können, bis sie braun werden.
Und dann erst die Luft und das Wasser. Alles Großmeister der Naturfestspiele. Was uns die Wolken so alles an Gestalten hinzaubern. Und vor allem: ihnen kann keiner was. Wer dem Wind lauscht, was er uns zuraunt, der wird feststellen, es ist nichts anderes als: "Bezwing mich!". Diese tiefe erdverbundene Botschaft. "Bezwing mich ... wenn du es kannst. Aber nimm dich nicht zu ernst dabei. Mensch, mach dir Gedanken wie du es schaffen willst." - So ist auch der älteste Witz der Menschheitsgeschichte entstanden: "Ich krieg dich!" ... "Wer lacht, lässt alle Hemmungen fallen", sagte ja Siegmund Freund. Dann ist so gut wie alles möglich.
So absurd es klingt, Gedanken über die Natur machen sich Menschen schon seit Urzeiten. Seit der Zeit, als sie eins waren mit der Natur. Mit jedem Schritt in eine bessere Zukunft haben wir Menschen uns von der Natur wegbewegt, sind ihr entlaufen. Nun wird die Ozonschicht dünn, die Atemluft zum Sturm, ein Schluck Wasser zum Luxus und wir ziehen uns in unsere Höhlen zurück. Wo sind die Zeiten, als wir uns unter freiem Himmel die Nächte um die Ohren schlugen, den Blick auf das Firmament gerichtet und uns Gedanken machten?
Ich sage nur: Moses hat seine Gebote nicht am heimischen Herd erhalten, er hat sie in der Natur empfangen. Glauben sie mir: in freier Natur ist der Empfang besser.
Gipfeln ist es im Übrigen gleichgültig ob oder in welcher Gesellschaft sie fotografiert werden, die schütten auch nicht noch schnell mal eine Lawine über ihre Problemzonen. Berge denken in anderen Dimensionen - sie meditieren und ruhen in sich. Von wegen: Berge versetzen ... der Brüller schlechthin ... unter Bergen.
Oder Wiesen. Alles auf ihnen ist vergänglich und trotzdem bin ich fest überzeugt, dass auch sie sich Gedanken machen. Über den nächsten Winter oder welche Grasnaben sie an der Wetterbörse abstoßen, welche Salamander-Durchwanderungsquote die richtige ist. Welches Wasser sie wohin fließen oder sickern lassen. Wie lange sie in der Sonne liegen können, bis sie braun werden.
Und dann erst die Luft und das Wasser. Alles Großmeister der Naturfestspiele. Was uns die Wolken so alles an Gestalten hinzaubern. Und vor allem: ihnen kann keiner was. Wer dem Wind lauscht, was er uns zuraunt, der wird feststellen, es ist nichts anderes als: "Bezwing mich!". Diese tiefe erdverbundene Botschaft. "Bezwing mich ... wenn du es kannst. Aber nimm dich nicht zu ernst dabei. Mensch, mach dir Gedanken wie du es schaffen willst." - So ist auch der älteste Witz der Menschheitsgeschichte entstanden: "Ich krieg dich!" ... "Wer lacht, lässt alle Hemmungen fallen", sagte ja Siegmund Freund. Dann ist so gut wie alles möglich.
So absurd es klingt, Gedanken über die Natur machen sich Menschen schon seit Urzeiten. Seit der Zeit, als sie eins waren mit der Natur. Mit jedem Schritt in eine bessere Zukunft haben wir Menschen uns von der Natur wegbewegt, sind ihr entlaufen. Nun wird die Ozonschicht dünn, die Atemluft zum Sturm, ein Schluck Wasser zum Luxus und wir ziehen uns in unsere Höhlen zurück. Wo sind die Zeiten, als wir uns unter freiem Himmel die Nächte um die Ohren schlugen, den Blick auf das Firmament gerichtet und uns Gedanken machten?
Ich sage nur: Moses hat seine Gebote nicht am heimischen Herd erhalten, er hat sie in der Natur empfangen. Glauben sie mir: in freier Natur ist der Empfang besser.
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